Botschaft an die Welt

Geheimnisse des Lebens

Kategorie: Worte

Illusion der Wahl

7.33   Illusion der Wahl

Auf den ersten Blick scheint die Situation unabwendbar, das Schaf landet im Schlachthaus. Aber betrachten wir einmal die Wegweiser, sie sagen RECHTS und LINKS. Da ist kein Schild mit der Aufforderung GERADEAUS.

Die Illusion der Wahl kann durchbrochen werden, wenn die Kommunikation in Augenhöhe stattfindet, das heißt auch die Höhe des geistigen Niveaus muss stimmen.

Das Schaf braucht also nur rechts oder links außen der Mauer zu folgen, und landet womöglich auf einer saftigen Weide.

Wenn sich die Sonne abwendet und die Vögel fliehen,
die Völker in Massen zum Rotweinstand ziehen.
Omis emsig ihre enge Knete rausrücken,
um die verzogenen Gören zu beglücken.
Familienväter Bäume in die Wohnhöhlen pressen,
gemeinsam Müll aus geputzten Stiefeln fressen.
Wenn Zähler qualmen und Lichterketten glühen,
Menschenherden durch Einkaufspassagen ziehen.
Erbeutete Rämsche in Kitschpapier gewickelt werden,
ja dann regiert der Coca-Cola Mann auf Erden.

                                                                               Bot Schafter 2013

Ich klopfe hier seit 2000 Jahren, aber die machen einfach nicht auf

Wir waren doch immer so gut zu dir und haben dich immer fein geputzt,
jeden Sonntag, und Ostern, und Weihnachten.
Erhöre unser Gebet und mach die Klingel wieder heile
damit wir hören können, wenn der Elektriker kommt.

Amen.

Zurück

 

Der Taucher

7.34   Der Taucher

Der Taucher wird schon in seinem Anzug geboren. Er lebt auf dem Meeresgrund, komplett von Wasser umgeben, wird aber nicht nass. Ja, was noch viel seltsamer ist, er kommt, solange er lebt nie mit Wasser in Berührung, sondern nur das Äußere seines Anzuges wird vom Wasser umflutet. Sein Anzug ist schwer und sehr unbeweglich, und nur dank des Auftriebs kann er aufrecht stehen. Große Sprünge kann er aber nicht machen, und je älter er wird, umso langsamer und schleppender werden seine Schritte. Dafür sorgen schon die schweren Bleiplatten an seinen Füßen, die ständig wachsen je älter er wird.

Der Sinn seines Lebens sind Muscheln, und je mehr ein Taucher davon besitzt, desto angesehener ist er. Zwar gibt es genügend Muschelbänke und Muscheln reichlich für alle, trotzdem gibt es aber Taucher, die keine, oder nur sehr wenige Muscheln besitzen. Einige Wenige besitzen dafür ganze Muschelbänke. Man sagt ja auch: dem gehören alle Muschelbänke soweit das Auge reicht, und das sind immerhin fast drei Armlängen. Denn da wo die Muschelbänke sind, scharen sich die Taucher am liebsten, und wirbeln mit ihren schweren Füßen sehr viel Dreck auf, so dass das Wasser schmutzig und trübe wird.

Einige wenige Taucher leben da wo das Wasser noch klar und rein ist, aber da sind auch keine Muscheln, und so zieht es sie dann früher oder später wieder zu den Andern die im Dreck scharren. Noch nie hat ein Taucher jemals einen anderen Taucher wirklich gesehen oder ihn berühren können. Alles was sie von einander sehen sind ihre schweren Anzüge. In ihrem Helm ist ein kleines Loch aus denen sie in ihre Welt starren, meistens damit beschäftigt, einem Andern Taucher die Muscheln streitig zu machen. Einige schmücken ihren Anzug um sich von den Andern Tauchern zu unterscheiden, meistens zum Nachteil, aber das sagt ihnen keiner.

Verständigen können sich die Taucher nur schwerfällig, durch Gesten und Blubbern, und das ist dann auch meistens alles was sie produzieren. Einige wenige selbsternannte Supertaucher aber haben sich die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt, und so ihre eigenen Theorien aufgestellt. Diese sind dann unumstößlich und gelten dann für alle Taucher. Sollte es ein Taucher einmal wagen diese Theorien anzuzweifeln wird er mit aller Macht wieder eingenordet, oder aus seinem Anzug gestoßen.

Wenn ein Taucher stirbt, verlässt er das erste Mal in seinem Leben seinen Anzug. Er steigt langsam im Wasser empor, und sieht seinen alten Anzug reglos am Boden liegen. Die Andern Taucher versammeln sich um diesen Anzug und betrauern ihn. Da liegt er nun der arme verstorbene Taucheranzug, ruhe er in Frieden. Und für ein paar Muscheln wird er dann im Sand verscharrt und ist wenige Augenblicke später vergessen.

Aber der angeblich verstorbene Taucher ist alles andere als tot. Er möchte seinen Taucherfreunden zurufen: „Seht her, ich lebe, endlich bin ich von meinem schweren Anzug erlöst und frei.“ Aber es hört ihn keiner, denn Sie sind alle zu sehr mit Muschel machen beschäftigt. Und so schwebt er langsam davon, verlässt das Wasser, steigt auf in die Luft und entschwindet für immer in die unendlichen Weiten.

Lange dachten die Taucher sie wären die einzigen hier auf dem Grund des Meeres, und der Mittelpunkt der Welt. Einige clevere Taucher ließen sich viele Muscheln dafür bezahlen, dass sie den anderen Tauchern erzählten, wie die Welt funktionierte. Da war als erstes einmal die mächtige Feuerqualle. Jeden Morgen erschien sie am weit entfernten Wasserspiegel links und verbreitete ihren trüben Schein. Abends entschwand sie rechts und es wurde dunkel. Das war der Gott Feuerqualle, den es anzubeten galt. Er verlangte Opfergaben die von den Priestertauchern eingesammelt wurden. Die Höhe der Gaben, es handelte sich natürlich um Muscheln, wusste nur der Hohe Oberpriester, denn er allein sprach mit der Feuerqualle, aber die sprach nie und hörte nur zu.

War ein Taucher einmal anderer Meinung, wurde er aus seinem Anzug gestoßen. Um das bewerkstelligen zu können setzten die Priestertaucher Häuptlingstaucher ein, sogenannte von der Feuerqualle gesalbte Königstaucher. Diese mussten spurten, denn die Priestertaucher konnten sie auch wieder absetzen. Die Königstaucher waren darauf bedacht ihren Reichtum zu beschützen und zu mehren, und so versammelten sie die stärksten Taucher um sich, zu ihrem Schutz. Diese brauchten nun nicht mehr zu arbeiten, was sie noch nie gerne getan hatten, sondern nur jeden aus seinen Anzug zu stoßen der nicht kooperierte. Und da sie nicht gestorben sind, drum stoßen sie noch heute.

Zurück

 

Die verpasste Gelegenheit

7.36   Die verpasste Gelegenheit

Ein Mensch, in diesem Fall ein Mann, erleidet Schiffbruch und überlebt als Einziger. Er rettet sich auf eine unbewohnte Insel. Die ist aber groß genug um ihm ein Überleben zu ermöglichen. Der Mann hatte viele Pläne für sein zukünftiges Leben, und das er hier nun feststeckt passt ihm überhaupt nicht. Er will hier weg, und das so schnell wie möglich.

Er sucht den Horizont ab, immer in der Hoffnung ein Schiff zu entdecken. Er sammelt Holz um ein Signalfeuer zu entflammen falls das Schiff zu weit weg ist um ihn zu sehen. Ja er erklimmt sogar den einzigen Berg und hält dort Ausschau für Stunden, und das jeden Tag.

Aber der Hunger treibt ihn dazu nach etwas Essbaren zu suchen, und dann ist da noch das Problem, dass er keine Behausung hat. Auch wäre es ratsam sich etwas Kleidung aus dem alten Segel zu schneidern, obwohl er anfangs noch geplant hatte mit dem leckgeschlagenen Boot die Insel wieder zu verlassen, die er damals nur mit Mühe erreicht hatte. Und dann waren da noch die Geräusche in der Nacht, also ein Zaun musste um seine notdürftig konstruierte Hütte gezogen werden, und ein paar Essens und Wasservorräte wären auch nicht schlecht.

Je mehr er der Notwendigkeit seiner Arbeit nachging, umso kürzer wurden die Zeiten in denen er Ausschau hielt ob nicht bald endlich Errettung nahte. Die Regenzeit nahte und seine Vorräte gingen zur Neige. Er sammelte Holz und plante sobald der Regen vorbei war zu sähen was noch an Restgetreide in dem kleinen Vorratssack war den er im Boot gefunden hatte. Nach Rettung Ausschau zu halten, die Zeit hatte er schon lange nicht mehr.

Das Signalfeuer war geplündert, er wollte es ja sowieso gegen ein viel Größeres austauschen, irgendwann. Das Boot wurde nie repariert und faulte am Strand wo er es damals mühselig hochgezogen und vertäut hatte. Mit der Zeit verblasste langsam die Erinnerung an sein altes Leben.

Natürlich fühlte er sich sehr einsam, und anfangs hatte er auch oft geweint. Doch mit der Zeit ließ auch das nach, und er wurde langsam sonderbar. Nicht das es Irgendjemand gestört hätte wie er den ganzen Tag schlechtgelaunt seiner selbstgemachten Arbeit nachging, er war ja schließlich alleine und konnte tun und lassen was er wollte. Aber glücklich machte ihn das nicht, und so fluchte er bei jeder Gelegenheit in der etwas nicht so klappte wie er es wollte. Ausschau halten hielt er für reine Zeitverschwendung und so hatte er sich seinem Schicksal ergeben.

Es war kurze Zeit vor der Ernte, und es würde eine gute Ernte werden, dafür hatte er sehr hart gearbeitet. Es war also kurz vor der Ernte, da kamen Sie. Es waren Seeleute aus seiner Heimat und sie hatten jenseits der Insel angelegt. Er hörte ihre Stimmen und geriet in Panik, gerade noch rechtzeitig konnte er sich verstecken. Sie sollen weggehen, dachte er immer wieder, sie sind nur hier um ihm seine Ernte zu stehlen. Als sie ihn schließlich entdeckten, konnte er vor lauter Misstrauen gar nicht ihre Fragen beantworten. Eine Einladung zu einem richtigen Mittagessen und neue Kleidung sorgten dafür, dass er sich langsam beruhigte. Man kam um nach ihm zu sehen, weil vorbeifahrende Seeleute gesehen hatten, dass die Insel bewohnt war, und boten ihm an ihn in seine Heimat zu bringen. Wann denn? Möglichst bald, man müsse ja weiter. Das geht jetzt nicht, die Ernte müsse noch eingebracht werden, und das Haus brauche ein neues Dach, und vielen Dank für die neue Kleidung.

Ohne Ihn legte das Schiff am nächsten Tag ab, als Ihm seine Situation Bewusst wurde. Es war die verpasste Gelegenheit, die nie wiederkehren würde. Er starb noch in dieser Nacht an einem gebrochenem Herzen.

 

 

 

Zurück

 

Graslandgebet

7.37   Graslandgebet

Wir sind das Gras, wir sind das Leben, welches das Land belebt. Ohne uns gäbe es nur Wüste, Geröll, Steine und Sand. Ihr ach so mächtigen Büffel nährt euch vom Gras, und es geht euch so gut wie noch nie. Und ihr werdet Übermütig und zertrampelt das Gras, das euch nährt und kämpft um immer größere Grasflächen die ihr beherrschen wollt, oh ihr Hornochsen.

Ihr erzählt uns auch Schauergeschichten von den bösen Löwen die euch an den Kragen wollen, die euch in Stücke reißen um euch zu fressen. Und dann wäre es auch um uns geschehen, weil euer Blut dann das Gras tränkt.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Dieses Sprichwort ist so weise und alt. Wir, das Gras wissen nichts von den Löwen. Sie liegen meistens unter den Bäumen und Büschen, versteckt im Schatten, und sind für uns so gut wie unsichtbar.

Ihr aber, ihr Hörnervieh, die ihr uns mit euren scharfen Hufen tagein und tagaus zerwühlt und zertretet, ihr kennt sie genau eure Feinde. Und dann zittert ihr, wenn sie euch jagen, und ihr geratet in Panik und flieht kopflos in alle Richtungen und wühlt das Land auf, das es uns entwurzelt und wir jämmerlich in der Sonne verdorren.

Aber dann, wenn die Jagt vorbei ist und ihr euch wieder sicher fühlt, beginnt ihr eure Spiele, eure Machtkämpe wieder von neuem. Ihr scharrt mit euren Hufen, und es bereitet euch Freude, wenn es so richtig staubt und das Gras nur so fliegt.

Warum sollen da also die Löwen auch unsere Feinde sein, wo doch ihr es seid, die uns so schlecht behandelt. Oh würden doch die Löwen euch nur jagen das keiner von euch übrig bliebe. Und wenn dann euer Blut das ganze Gras bedeckten würde, so würden wir doch wissen, dass der Schrecken nun ein Ende hat den ihr uns jeden Tag bereitet.

Zurück

 

Geber und Nehmer

7.35   Geber und Nehmer               

In dieser Welt gibt es zwei Kategorien von Menschen, die Geber und die Nehmer. Eine klare Grenze gibt es dabei nicht, denn ein Geber kann auch zu einem Teil ein Nehmer sein und umgekehrt.

Betrachtet man einmal die Menschheit insgesamt, so ist der überwiegende Teil eher Geber, und nur ein kleiner Teil kann sein Nehmersein ausleben. Das ist wohl auch ein Teil des Naturgesetzes und notwendig, weil sich dieser Planet wohl sonst schon längst übernommen hätte.

Die Nehmer sind eindeutig im Vorteil, auch wenn das Sprichwort sagt: „Geben ist Seeliger denn Nehmen“. Die breite Masse der Geber ist wohl nicht in der Lage ihre Position zu wechseln und vom Geber zum Nehmer zu werden. Auch sind die Nehmer geschult, Ihresgleichen zu erkennen und darauf erpicht unter sich zu bleiben. Um die Sache nicht zu offensichtlich zu machen, hat man sich angewöhnt die Bedeutungen der Worte zu verdrehen, bis sie mit der Zeit eine Gegenteilige Bedeutung bekommen.

1984

George Orwell beschrieb schon damals in seinem Buch 1984 was auf uns zukommen wird. Siehe auch:

http://www.gleichsatz.de/b-u-t/can/orwel1a.html

GEORGE ORWELL

Grammatik der Neusprache

Die Neusprache war die in Ozeanien eingeführte Amtssprache und zur Deckung der ideologischen Bedürfnisse des Engsoz erfunden worden. Sie hatte nicht nur den Zweck, ein Ausdrucksmittel für die Weltanschauung und geistige Haltung zu sein, die den Anhängern des Engsoz allein angemessen war, sondern darüber hinaus jede Art anderen Denkens auszuschalten. Wenn die Neusprache erst ein für allemal angenommen, und die Altsprache vergessen worden war (etwa im Jahre 2050), sollte sich ein unorthodoxer – d.h. ein von den Grundsätzen des Engsoz  abweichender – Gedanke buchstäblich nicht mehr denken lassen, wenigsten insoweit Denken eine Funktion der Sprache ist.

Vision 2050 – Das Lieblingsbuch der Kanzlerin

Das Buch mit dem vollständigen Namen: Dialoge Zukunft Vision 2050, ist das Lieblingsbuch der Kanzlerin. Es besteht im Prinzip aus zwei Teilen. Der überwiegend größte sind die Visionen, die Menschen merkelscher Prägung für das Jahr 2050 haben. Der zweite Teil besteht aus dem Verbarium. Das Verbarium ist eine Ansammlung von Wörtern, die es 2050 nicht mehr gibt, da sich unsere Gesellschaft so verändert hat, beziehungsweise so verändert wurde, dass diese Wörter ausgestorben sind.

Hier ein paar Beispiele:

  • Zigarette: Frühere Bedeutung, nikotinhaltiger, giftiger Brennstängel, der zur Suchtbefriedigung angesteckt und geraucht wurde. Oft auf Festen und in Gesellschaft. Nicht mehr benutzt seit etwa 2030. Da wurde das Rauchen in Deutschland komplett verboten. 2035 hatte die Zigarettenindustrie keine Chance mehr. Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung: Komplettes Rauchverbot.
  • Normalbürger: Frühere Bedeutung, ein Wort das Politiker benutzen. Nicht mehr benutzt seit etwa 2030. Grund, der nicht weiter erfolgten Nutzung. Unklarheiten darüber, was normal oder unnormal ist, war oder sein wird. Abgeschafft!
  • Integration: Frühere Bedeutung, Einbindung oder Einbeziehung zugereister sozialer Gruppen. Nicht mehr benutzt seit etwa 2035. Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung. Ersetzt durch Partizipation.
  • (Anmerkung – Bedeutung des Wortes Partizipation: Als politische Partizipation werden alle Verhaltensweisen von Bürgern verstanden, die nach Einflussnahme auf politische Entscheidungen auf allen Ebenen des politischen Systems streben. Konventionelle Partizipationsformen sind die Wahlbeteiligung, die Partizipation in Parteien oder Interessenverbänden und die Übernahme von politischen Ämtern in Parlamenten und Regierungen.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Partizipation

  • Bargeld: Frühere Bedeutung, Vorherrschendes Zahlungsmittel im alltäglichen Gebrauch (materieller Art). Nicht mehr benutzt seit etwa 2040. Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung. Die zentrale Speicherung von Informationen (Konten, Identität, Gesundheit, Versicherungsinformationen auf dem Personalausweis) und die Vernetzung aller Lebensbereiche, machten Barzahlungen überflüssig.
  • Migrationshintergrund: Nicht mehr benutzt seit etwa 2040. Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung. Nicht mehr benötigt, da Menschen so „gemischt“ sind, dass Jeder einen Migrationshintergrund hat.
  • Doch auch die Visionen selbst enthalten manch Wunderliches. Hier ein paar Auszüge aus der Denkfabrik ihrer Merkwürden.
  • Wir leben im Jahr 2050 in einer Welt, die keine Staatsgrenzen mehr kennt. Das traditionelle Bild der Familie gibt es nicht mehr. Die Menschen werden in großen „Familiengemeinschaften“ zusammenleben, ohne unbedingt verwandt zu sein. Kinder werden von mehreren Elternteilen mit unterschiedlichen sexuellen Hintergründen behütet. Die Gleichheit des Lebens, egal von welchem Geschlecht, ist auf allen Ebenen festgeschrieben. Daher wurde die Ehe abgeschafft.
  • Ein reflektierter Umgang und Konsum von Drogen ist in der Gesellschaft eingetreten. Mobile Beratungsteams und Apotheken geben Auskünfte über Inhaltsstoffe und Wirkungen. Die Auswirkungen von Schokolade, Bier oder Heroin sind den Menschen bewusst und sie können dementsprechend handeln, ob der erwartende Rausch der gewünschte ist.
  • Die Ernährung der Menschen ist fleischärmer geworden, Fisch und Fleisch werden als seltene Genüsse geschätzt. Eine große Mehrheit der Menschen lebt jedoch, ohne Fisch und Fleisch zu essen oder Milchprodukte zu verzehren. Das Gemeinwohl steht im Mittelpunkt, während dem Einzelnen ein Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein für sich und für andere anerzogen worden ist, was sich auf zukünftige Generationen überträgt
  • Im Jahr 2050 wird der eigene Lebensstil überprüft und kann transparent dargestellt werden. Es wäre z.B. möglich, alle Daten einer Person zu deren Fortbewegung, zum Wohnen, zu Konsum und Ernährung, zum Reisen u.v.m. auszuwerten. Budgets werden global vergeben. Gelder werden somit international aufgeteilt. Der Rückgang der Geburtenrate in einigen Industriestaaten wird nicht als Nachteil gesehen. Im Gegenteil. Aufgrund des großen ökologischen Fußabdruckes wird es als notwendig empfunden, dass in den Wohlstandsnationen die Gesellschaft schrumpft. In der Gesellschaft findet eine Durchmischung der Völker statt. Die Menschheit sieht sich als Weltbürgertum.
  • Wir verstehen uns jetzt als Europäer, nur noch in manchen Köpfen ist das Wort Deutscher, Engländer oder Franzose verankert. Die Kinder unserer Nationen lernen nur noch, dass sie in einem Staat von Europa leben, welcher Staat das ist, ist irrelevant geworden.
  • So vielfältig wie die Anlagemöglichkeiten im Jahr 2011 waren, so vielfältig sind sie heute, im Jahr 2050 auch. Aber sie sind nicht auf das eigene Wohl bestimmt, sondern für eine effektive Armutsbekämpfung auf der ganzen Welt. Die Rendite besteht aus Glück und Freude! Ich bin 68 Jahre alt. Wie mein Leben heute, im Jahr 2050, aussieht? Ich bin wirklich froh, dass ich auch in meinem Alter noch arbeiten kann und darf… Ich weiß gar nicht, was die Menschen in meinem Alter vor 40 Jahren gemacht haben… Rente??? Oh je, das kann ich mir gar nicht vorstellen! Ich fühle mich noch unglaublich fit und möchte noch viel von meinem angesammelten Wissen in das Unternehmen einbringen.
  • Es gibt keine freien Wahlen und Politik wird vor allem innerhalb der Partei gemacht. Allerdings sichert das Regime sich seine Macht, indem es geschickt auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagiert und etwa online Stellungnahmen zu gegenwärtigen Gesetzesvorhaben einholt.
  • Verantwortlicher Journalismus und transparente und zugängliche Informationsquellen vom Staat haben vieles bewegt. Pressefreiheit existiert immer noch. Aber wir haben zusammen gelernt, wie man mit der Macht umgeht, die diese Kommunikationsform mit sich bringt.
  • Dass China mittlerweile demokratisch ist, und der Weltsicherheitsrat eine echte Weltregierung, war damals unvorstellbar. Wir haben schon eine Menge erreicht. Soviel über das Wunschdenken einiger kranker Gehirne. Aber nicht nur 2050 werden viele Worte ihre Bedeutung verloren haben.

Nehmen wir einmal das Wort “Arbeit”

Wir haben den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer. Hier ist aber nun eindeutig der Arbeitnehmer kein Nehmer, sondern ein Geber der seine Arbeitskraft gibt, um den Reichtum der Nehmer zu vermehren.

Desgleichen ist der Arbeitgeber kein Geber, sondern ein Nehmer, der die Arbeitskraft der Geber zu seinem Vorteil zu nutzen versteht. Sollte dem Nehmer der Gewinn einmal nicht ausreichend profitabel genug erscheinen, so wird er sofort sein Handeln einstellen, und der Geber bekommt Hartz 4, bezahlt von den verbleibenden Gebern die noch profitabel sind.

Das Wort „an“

Die Vorsilbe an, vor dem Wort Geber und Nehmer, ist charakteristisch. Während der Geber nun zum Angeber abgestempelt wird, steht der Annehmer ziemlich gut da, weil es sich in der Bedeutung des Wortes eher um eine nicht genau festgelegte Sache handelt. Dadurch gewinnt der Nehmer an Überlegenheit, während der Geber seine Unterlegenheit zur Schau stellt.

Durch die Annahme ist der Nehmer zum Beispiel im Vorteil, dass er einen Angeber der gerne vom Geber zum Nehmer werden möchte sofort erkennt, und dieses auch mit aller Macht verhindern wird. Im umgekehrten Fall ist es doch wohl eher unwahrscheinlich, dass sich ein Nehmer zum Geber wandeln möchte, auch wenn ihn hier kein Geber daran hindern würde.

Das Wort „ver“

Bei Ungerechtigkeiten, die ja bei beiden Seiten an der Tagesordnung sind, wird es noch krasser. Um die Dämlichkeit der Geber besser zu kontrollieren wurde die Religion erfunden, die da von Vergebung predigt. Daran ist ja nun auch nichts auszusetzen und wäre wohl die beste Erfindung überhaupt, würde sie für beide Gruppen gelten.

Die Nehmer haben aber bei Verstößen aller Art ihre eigene Religion, das Vernehmen. Sei es dass man durch Vernehmen den Andern bloßstellen will, oder um an Informationen zu kommen. Es endet immer in einem Vorteil, und so zu einer Ausbeute und ist das absolute Gegenteil von Vergeben.

Das Wort „weg“

Das erklärt sich ja schon von allein. Weggeben geschieht mehr oder weniger auf freiwilliger Basis. Da schlägt der Staat als Wegnehmer schon gewaltsamer zu. Um das moralisch zu rechtfertigen ist eine gut funktionierende Religion von Nöten. So haben sich die Geber über Generationen damit abgefunden wegzugeben, und immer mehr an Substanz verloren.

Gewinner sind hier eindeutig die Nehmer, die durch Wegnehmen immer mehr gewinnen und konnten so die Religion für die Dummen weiter verfeinern. Hierbei beschränkt sich die Religion nicht mehr allein auf die Kirche. Moderne Religionen sind auch Bildung, Bankkonto, Unterhaltung und Schnäppchenmarkt.

Damit wären wir beim Wort „aus“

Alle Menschen sind Verbraucher, also Ausgeber, aber nur wenige gleichen ihre Ausgaben auch wieder durch Einnahmen aus. Das können nur die Nehmer als Ausnehmer. Denn was ist der Handel denn sonst, wenn nicht ein Ausnehmen des Ausgebers. Ja die Sprache, die sich über lange Zeit entwickelte, hat es in sich.

Wortspiel mit „unter & über“

Geber sind immer Untergebene, außer wenn sie sich Mut ansaufen, dann sind sie manchmal Übergeber. Die Nehmer sortieren sich in Unternehmer und Übernehmer ein. Die Großzahl der Nehmer ist wohl bei den Unternehmern zu suchen, die mit Hilfe von Untergebenen Wohlstand erschaffen der noch real ist. Übernehmer wie Banker, Broker, Spekulanten und Aktionäre erzeugen nichts als Luftblasen, und ergaunern sich so lebendigen Wohlstand, um diesen dann endgültig zu vernichten.

Diese übelste aller Gesellschaftsschichten, diese Übernehmer, die noch nicht einmal 1% der Menschenmasse ausmachen, Erschaffen sich als erstes eine Staatsform, sei es Monarchie, Diktatur, Kommunismus, oder die sogenannte Demokratie, um damit ihre Machenschaften durchzusetzen.

In ihr ist es auch noch die Pflicht aller Bürger, (Bürger ist der, der für alles bürgt.) oder sprich aller Untergebenen, durch freie Wahlen die Übernehmer zu wählen und ihre Macht zu Übergeben. Und ja, jede Stimme zählt gleichberechtigt, ob Professor oder Vollidiot.

So, was ist nun der Sinn des Ganzen, wenn das doch alles schon so festgefahren ist, und der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt.

wie wäre es mit dem Wort “auf”

Aufgeben und Aufnehmen. Und wir sind die Aufgeber? Wenn das wirklich alles so ist, und ich kann dich beruhigen, es ist noch schlimmer, da kann man ja nur Aufgeben. Wie schon am Anfang gesagt, jeder ist eine Mischung aus beidem, Geber und Nehmer. Es kommt eben nur auf die Mischung an.

Und das könnte zum Beispiel der Sinn des Lebens sein, dieses Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen zu finden, ein Ausgeglichener zu werden. Altes Denken Aufgeben und neue Ideen Aufnehmen. Das fängt ja schon mit diesem Text an. Wenn man aber seine Bedeutung erkennt, dann hat man die Grundlage, ausgeglichen zu werden. So etwas hat es in der Menschheitsgeschichte schon oft gegeben, in Wahrheit oder als Mythe. Robin Hood zum Beispiel hatte stark daran gearbeitet Ausgleich zu schaffen, wenn auch nur im Materiellen.

Zum Glück brauchen wir uns darum nicht zu kümmern, wenn wir die wahre Ausgeglichenheit des Lebens erreichen wollen, denn das Materielle ist relativ unwichtig, allein das Geistige zählt. Und da ist der Geber dem Nehmer gegenüber das erste Mal im Vorteil.

Der Nehmer, der das Raffen des Materiellen ganz nach oben stellt, hat kaum Zeit sich auch noch um geistigen Reichtum zu kümmern. Wie Jesus schon damals sagte:

“Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme”.

Mt. 19,24; Mk. 10,25; Lk. 18,25

Nach einer Deutung ist die Bezeichnung „Nadelöhr” auf die Seiteneingänge in den Stadttoren Jerusalems zurückzuführen. Diese wurden wegen der umständlichen Handhabung und aus Sicherheitsgründen nur selten geöffnet. Besucher und Händler wurden stattdessen über die kleineren seitlichen Nebeneingänge abgefertigt, die „Nadelöhr” genannt wurden.

Zurück