2.4   Experimentale Fiction

Zeit fließt nicht gleich schnell. Je weiter wir uns vom Zentrum der Schwerkraft der Erde entfernen, umso schneller vergeht für uns die Zeit.

http://www.ptb.de/de/org/4/nachrichten4/2006/grund_18.htm

Ein Effekt der allgemeinen Relativitätstheorie ist, dass Uhren in einem starken Schwerefeld langsamer gehen als in einem schwachen. Beim Vergleich von zwei Atomuhren, die sich in verschiedenen Höhen befinden, also verschieden weit vom Schwerezentrum der Erdkugel entfernt sind, muss eine Korrektur angebracht werden, die diesen Effekt berücksichtigt. Der Gangunterschied ist mit einer relativen Frequenzverschiebung von etwa 1,1 x 10-16 pro Meter Höhenunterschied sehr klein, aber angesichts der enormen Genauigkeit heutiger und zukünftiger Atomuhren von großer Bedeutung. Beim Vergleich der Uhren am NIST in Boulder/USA (Höhe über Normalnull ca. 1635 m) und an der PTB in Braunschweig wird zum Beispiel eine Korrektur von etwa 15 Nanosekunden pro Tag erforderlich.

Somit reicht es schon aus, auf einen Stuhl zu steigen, und wir befinden uns in einem anderen Zeitraum. Man nehme zwei identische Computer, platziere den Einen außerhalb des Anziehungsbereichs der Erde, und den Andern hier auf der Erde. Beide sollen zur gleichen Startzeit die gleiche Aufgabe lösen. Der Computer außerhalb könnte sein Ergebnis zur Erde funken, lange bevor der Erdcomputer seine Rechnung ausgeführt hat. Man hätte dann den Effekt einer Zeitreise in die Zukunft. Der Haken dabei ist nur, durch die Trägheit der Lichtgeschwindigkeit erreicht uns die Nachricht mit dem Ergebnis erst um ein vielfaches später.

Die zweite Dimension

Auf eine weißes Blatt Papier DIN A4 zeichnen wir mit schwarzem Stift einen Kreis. Das ist jetzt unser Flachland, bestehend aus einer zweidimensionalen Fläche. Nun zeichnen wir noch ein winziges Viereck, Kantenlänge 1mm und malen es mit grüner Leuchtfarbe aus. Das ist unser Flachländer, ganz zweidimensional, nur Länge und Breite. Jetzt hauchen wir dem Kleinen noch etwas Leben ein, indem wir ihn anpusten, und schon fängt er an sich zu bewegen, erst langsam, dann immer schneller erkundet er seine neue Welt. Sehen kann er uns nicht, da er ja nur Flächen versteht, und so benötigt er auch nicht die Erkenntnis von Farbe, sondern hell und dunkel ist seine Welt. Er ist aber nur mit der hellen Fläche bekannt, immer, wenn er an den Rand des Kreises kommt, zuckt er zurück, weil er das Dunkele nicht kennt.

So bewegt er sich in der Geborgenheit der hellen Fläche des inneren Kreises. Über einen als Hindernis ausgelegten Radiergummi, ganz in weiß, rutscht er einfach über seine Oberfläche, ohne diese als solche zu erkennen. Irgendwann wird er aber neugierig und er durchbricht die dunkele Fläche des Striches, und nun ist er nicht mehr zu halten. Jeder Versuch ihn einzufangen scheitert daran, dass er sowohl über Hände wie auch Fanggeräte in Form von Tüten oder Kartons saust. Er ist in der Lage von überall zu entkommen, da er ja keine Höhe kennt die ihn bremsen könnte. Das einzige Gefängnis aus dem er nicht entkommen kann ist die Oberfläche einer Kugel. So eine Kugel wird nun mit einem Faden unter die Decke gehangen. Da der Faden viel dünner ist als der Flüchtende, kann er sich auch nicht darauf bewegen um zu entkommen. Er ist auf seiner Kugel eingesperrt, und hier können wir ihn in Ruhe studieren.

Teil 2

Damit er nicht so alleine ist, bekommt unser Flachländer noch etwas Gesellschaft, in Form eines kleinen Dreiecks, und eines kleinen Kreises. Nun können sie miteinander spielen und ihre Gedanken austauschen. Ihre Welt scheint ihnen unendlich weit, sie können stundenlang immer geradeaus gehen, und kommen doch nirgendwo an. Um dem kleinen Flachländer seine Welt von oben zu zeigen, lasse ich ihn auf meinen Finger rutschen, und zum ersten Mal sieht er seinen Lebensraum aus der dritten Dimension. Er sieht wie seine Artgenossen über die Kugel flitzen, ohne je anzukommen, und er wundert sich das er das nicht schon viel früher von alleine erkannt hat. Das muss er seinen Freunden erzählen. „Stellt euch vor, wir leben gar nicht in einer unendlich weiten Welt, sondern sind gefangen auf einer kleinen Kugel“. Aber ihm wird nicht geglaubt, er wird nur verlacht. Wie soll er auch die dritte Ebene eines Raumes beschreiben, die er selbst nicht versteht. Als unzählig viele Schichten von Zweidimensionalen Räumen, die alle übereinanderliegen, vielleicht.

Unverständnis

So wie der zweidimensionale Lebensraum der Flachländer auf dem dreidimensionalen Raum aufgebaut ist, so ist auch unser dreidimensionaler Lebensraum auf dem höherdimensionalen Normalraum aufgebaut. Diesen können wir weder sehen noch begreifen. Allein der dreidimensionale Raum existiert für den noch nicht erwachten Erdenbürger. Wie sollen wir uns aber unseren Lebensraum anders vorstellen, als wie wir ihn sehen und begreifen. Er ist immer noch ähnlich dem Garten Eden, extra für uns Menschen erschaffen worden. Gesetzt den Fall, wir würden nicht durch vererbtes Wissen, durch Eltern und Schule über die Beschaffenheit der Welt aufgeklärt worden sein. Durch nichts in der Welt kämen wir auf die absurde Idee, wir würden auf einer Kugel durch das luftleer All rasen, und dabei immer noch selbstrotierend und um die Sonne schwingend. Aber diese Dogtrien wurden erst im 16 Jahrhundert aufgestellt.

Materie

Wir können Materie nur sehen, wenn sie sich bewegt, das heißt sie muss schwingen.

Vergleichbar mit der Oberfläche von Wasser, die für uns im erstarrten Zustand unsichtbar zu sein scheint. Aber schon bei der leichtesten Bewegung, sei es durch Wind, oder einen Stein den wir versenken, erfüllt sich die Oberfläche mit Leben.

Da wir ja selbst in diesem Umfeld des Dreidimensionalen Raumes leben, und auch aus dem gleichen Stoff gemacht sind, haben wir keinen Bezugspunkt zum höherdimensionierten Normalraum. Ja wir verstehen ja noch nicht einmal was Zeit ist, geschweige können wir damit umgehen oder sie beeinflussen. Wir sehen Dinge, Gegenstände, aber wir können sie nur berühren und nicht in sie eindringen. Das Gesetz des dreidimensionalen Raumes gestattet nicht das sich zwei Gegenstände zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle aufhalten. Eigentlich sind diese Gegenstände auch gar nicht real, und dass was wir sehen oder ertasten ist auch nur die Oberfläche. Nun können wir mit unseren Maschinen zwar in einen Gegenstand eindringen, zum Beispiel mit dem Bohrer ein Loch in ein Stück Metall bohren. Aber auch hier haben wir nur etwas durch Verdrängung erreicht, nämlich Metall gegen ein Loch getauscht, und auch hier können wir nicht in das Metall schauen, alles was wir sehen ist die Oberfläche die das Loch geschaffen hat.

Wenn der Gegenstand hübsch ist, schwingt er auch farbig. Aber dadurch ist er noch lange nicht innerlich mit Farbe gefüllt. Er ist eigentlich nur eine Illusion. Alles was ihn ausmacht ist durch die Modulation seiner Frequenz verursacht, seine Atomdichte, seine Form und Festigkeit und natürlich auch sein Gewicht. All die Märchen von der Gravitation, die seit dem englischen Physiker Isaac Newton durch die Schulbücher geistern, erklären nur Schwachsinn. Es sind im wahrsten Sinn der Worte, Eselsbrücken.

Mit unserm dreidimensionalen Denken, werden wir dieses Universum nie begreifen können.

Aber wir sind ja nicht allein auf diesem Gefängnisplaneten. Unsichtbar für uns treibt der gefallene Engel Luzifer, oder Satan, falls es sich um ein und die gleiche Type handelt, mit seinen Spießgesellen den Dämonen hier sein Unwesen. Und diese Gesellschaft ist wohl in der Lage den dreidimensionalen Raum zu kontrollieren und zu beeinflussen, da sie ja aus dem höherdimensionierten Raum stammen, und sich auch größtenteils dort aufhalten müssen.

Ihre Spielchen, Sachen verschwinden zu lassen, oder aufzutauchen, fällt uns simpel gestrickten Menschlein gar nicht mehr auf, und wenn, dann wird die Erinnerung daran gleich wieder gelöscht, als wenn sie nie gewesen wäre.

Ganz anders bei der größten Machtdemonstration, die für mehr als fünf Milliarden Menschen weltweit Live über Fernsehen und Internet veranstaltet wurde. Es handelt sich um die beiden 411 Meter hohen Zwillingstürme des Welthandelszentrums aus der Skyline von Süd-Manhattan und später noch das 47 Stockwerke hohe WTC 7, die durch ein paar Männer mit Tapetenmessern, und ein paar Gallonen Kerosin, buchstäblich pulverisiert wurden. Hier stürzte nichts ein, weil irgendwo weiter oben ein kleines Feuerchen qualmte. Hier lösten sich zwei riesige Gebäude einfach auf, und sackten in sich zusammen. Die ganze Welt hat es gesehen, aber keiner erkennt es, weil wir so etwas nicht in unserm Programm haben, Materie die sich einfach auflöst und dann verschwindet.

Hunde oder Katzen können anfangs nicht fernsehen, weil das Geflimmer keinen Sinn ergibt. Das lernen sie erst später. Die Einheimischen Insulaner der Südsee, konnten die Segelschiffe der Europäer nicht sehen, die in der Bucht ankerten, weil solche Bilder nicht in ihrem Kopf abgespeichert waren. Im Amazonas konnten die Einheimischen ein Blimp nicht erkennen, der für Tierfilmaufnahmen über den Bäumen verankert war. Und auch wir sehen einige Dinge, die wir nicht kennen, nicht so wie Andere, weil wir sie uns nicht vorstellen können.

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