3.12   Drei Ketten der Sklaverei

Niemand auf diesem Planeten, der einen Körper besitzt, ist wirklich frei. Wir alle unterliegen einem Naturgesetz, welches uns ständig altern lässt. Haben wir in unserer Jugend die Last des Körpers, die auf uns liegt, kaum als solche wahrgenommen, so ändert sich das ganz schnell mit zunehmendem Alter.

Wie wir mit dieser Situation umgehen, und in welchem Maße diese Last zur Qual werden kann, liegt aber in erster Linie an dem Verhalten unserer Peiniger.

Das Paradoxon der Demokratie

In der Politik wird das Volk oftmals mit einer Herde verglichen. Einer Herde, die zu irrationalen Affekten neigt und die es folglich zu kontrollieren gilt. Für die politische Führung einer Nation, ist es daher wichtig, dass Verhalten der Volksherde zu interpretieren und für ihr politisches Handeln zu nutzen.

Die Art der Regierungsform ist dabei unwichtig! Egal ob Kaiser oder Königreich, Diktatur, Prophet oder sogenannte Demokratie, es handelt sich im Endeffekt immer um eine Timokratie.

Timokratie (vom altgriechischen τιμή timé für „Schätzung, Ehre“ und κράτος krátos für „Herrschaft“), übersetzt: die Herrschaft der Angesehenen oder Herrschaft der Besitzenden, auch Geldaristokratie genannt, bei Platon die Herrschaft der Wächter, ist eine Herrschaftsform, in der politische Privilegien vom Vermögen eines Bürgers abhängen. Erstmals eingeführt wurde ein derartiges Zensuswahlrecht in Athen mit den Reformen Solons im Jahr 594 v. Chr. In der älteren Literatur wird sie als Unterform der Aristokratie eingeordnet. Wichtig ist nur, die Regierungsform so gestalten, dass die Minorität der Reichen gegen die Majorität der Armen geschützt ist.

Timokratie, ist die ideale Regierungsform. Dabei sollten demokratische und oligarchische Elemente so ausgewogen sein, dass weder die Masse oder die Armen, noch die Eliten oder die Reichen eine Übermacht gewinnen können.

Demokratie ist also eine aus der Balance geratene Verfallsform der Timokratie. Denn die Demokratie beinhaltet die Möglichkeit, dass die Armen, weil sie die überwiegende Mehrheit bilden, dass Vermögen der Reichen unter sich aufteilen könnten.

Der Selbe Grundgedanke findet sich auch in den Ursprüngen der amerikanischen Verfassung: Jede Regierungsform müsse so gestaltet sein, dass sie die Minorität der Reichen, gegen die Majorität der Armen, schützt („to protect the minority of the opulent against the majority“), sagte James Madison (1751–1836), einer der Gründungsväter der amerikanischen Verfassung.

Um diesen Zustand zu erhalten werden drei Ketten der Versklavung eingesetzt

Die erste Kette der Versklavung

Da wäre zum einen die Machtausübung am physischen Körper. Das Prinzip Belohnen und Bestrafen funktioniert hier einwandfrei. Du bekommst all die Sachen, wie zum Beispiel Essen, Kleidung, Behausung und sogar eine Scheinwelt aus Luxus, solange du genau das tust was für diese Ordnung richtig ist. Andernfalls drohen Kürzungen, oder sogar der Entzug dieser Sachen. Hilft das in einzelnen Fällen nicht, also ein Individuum im Gehorsam zu halten, gibt es da noch einen Maßnahmenkatalog an Gewalt, der vom Abstieg auf der Karriereleiter, über den Freiheitsentzug, bis hin zur Folter, oder Verlust des Lebens geht.

Die zweite Kette der Versklavung

Um es aber erst gar nicht so weit kommen zu lassen, dass Einzelne, oder gar ganze Gruppen den rechten Pfad der Herde verlassen, setzt man gezielt die Kette der geistigen Versklavung ein. So vielfältig wie hier die Möglichkeiten sind, so wenig sind sie dem Einzelnen auch bekannt, denn sie sind nicht immer leicht zu erkennen.

Wichtigstes Ziel bei dieser Programmierung ist es immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir alle in einem freien Land leben, in dem wir alles sagen können, eine freie Meinung haben und dass wir ja einen freien Willen haben.

Die dritte Kette der Versklavung

Diese ist dünn, unsichtbar und so hinterhältig einengend, dass es sehr schwer ist sie überhaupt zu beschreiben. Allein ihre Existenz zu begreifen verlangt abstraktes Denken und sich in Räume zu begeben die selbst für ein geistig stabiles Individuum zur Gefahr werden könnte. Dies ist die Kette unserer eigenen Psyche.

Vergleich

Wenn man die Ketten einmal miteinander vergleicht, dann wäre die körperliche Fessel eine dickgegliederte rostige Eisenkette, sehr behindernd, aber machbar ihr zu entkommen, wenn man sie mit geeignetem Werkzeug nur lange genug bearbeitet. Dies bedarf aber geistiger Energie die ich aufbringen muss, indem ich meine Hände als Führung dieser geeigneten Werkzeuge einsetze, sei es Hammer, Säge oder Feile.

Um das zu verhindern gibt es die geistige Fessel, die man symbolisch mit ein paar modernsten Handfesseln vergleichen könnte, hergestellt aus feinstem Stahl und praktisch unzerstörbar. Hier hilft nur noch der richtige Schlüssel um sich daraus zu befreien. Erst dann kann man sich daran machen auch die körperlichen Fesseln zu lösen.

Um zu verhindern, dass wir den richtigen Schlüssel finden, kommt nun die dritte Kette der Versklavung ins Spiel. Vergleichbar mit einer dünnen Schnur um unseren Hals, hergestellt aus reinster Energie, die tief in unser Fleisch schneidet, sobald wir auch nur einen Versuch wagen, uns nach einem Schlüssel für die Handschellen umzusehen.

An diese Schnur um den Hals kommen wir in der herkömmlichen Art und Weise durch unser erlerntes Wissen nun erst gar nicht heran. Und trotzdem müssen wir damit anfangen, wollen wir uns auch von den Andern Ketten der Sklaverei befreien.

Wenn wir geboren werden haben wir die erste Fessel, die körperliche Unzulänglichkeit bereits mit in die Wiege gelegt bekommen. Wer wie und mit welchem Körper geboren wird, kann man sich nicht aussuchen. Jedenfalls ist da eine Entscheidung getroffen worden, ob nun mit unserm Einverständnis oder nicht spielt keine Rolle mehr, wir sind von nun an mit diesem Körper verwoben. Auch unser Verstand ist noch leer, und das Wissen das wir aus der geistigen Welt mit herüberbringen verblasst langsam, während unsere Umwelt uns in dieses Sklavendenken hineinprogrammiert. Unsere zweite Fessel wächst.

Die dritte Fessel aber tragen wir schon in uns und bringen sie aus der geistigen Welt mit wenn wir geboren werden.

Die Annahme, das alle Babys gleich nett und freundlich sind, kann nur jemand behaupten der nie welche hatte. Da ja noch das Wissen aus der geistigen Welt als verschwommener Schleier vorhanden ist, offenbaren sie auch ihre geistige Größe. Es scheint so, als ob einige der frisch eingetroffenen schon mit einem Knacks in der Seele geboren werden, und entpuppen sich später auch als die reinsten Stinkstiefel. Eltern können sich ihre Kinder nun auch nicht aussuchen, und versuchen nun das Elend durch programmieren in die richtigen Bahnen zu lenken. was aber von vorn herein schon zum Scheitern verurteilt ist. Ja sogar mit Liebe kommen wir da nicht weiter. Auch der brutalste Mörder hat eine Mutter, und diese hat die Bürde auferlegt bekommen so etwas zu gebären.

Wenn wir aber alle diese dritte Fessel schon mit uns herumschleppen bevor wir überhaupt geboren werden, und dann auch noch ausgerechnet auf diesem Planeten zur Welt kommen, dann muss es einen Plan geben und eine Lösung sich daraus zu befreien. Der erste Punkt dieser Befreiungsaktion wäre zuerst einmal überhaupt zu erkennen, dass da eine Fessel ist.

Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sklaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.

                                                                            Friedrich Nietzsche

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