8.39   Bewusstsein

Wenn wir morgens erwachen, nehme wir den Tag mit der Selbstverständlichkeit auf, die uns die Erinnerung des bisherigen Lebens vermittelt. Wir erinnern uns was gestern war und knüpfen das Heute daran an. Es wäre ja auch unlogisch jeden Tag ein neues Leben zu beginnen. Wir brauchen diese Erinnerungen an gestern um darauf aufzubauen, wenn wir heute weiterleben wollen.

Angenommen wir würden erwachen und hätten keinerlei Erinnerung an ein bisheriges Leben. Panik würde von uns Besitz ergreifen, das Gehirn hätte keine Informationen auf die es zurückgreifen könnte, und der Teil des Gehirns der für unser Überleben zuständig ist würde übernehmen. Angriff oder Flucht als Überlebensreflex, für Logik wäre keine Zeit.

Wir sind also auf unsere Erinnerungen angewiesen, und wir nehmen an das es unsere eigenen Erinnerungen sind, doch beweisen können wir es nicht. Ja wir können noch nicht einmal mit absoluter Gewissheit sagen, dass wir je in diesem unserem Körper gelebt haben. Alles was wir zu glauben wissen sind diese Fetzen an Erinnerungen und die Annahme, dass alles seine Richtigkeit hat.

Wenn wir erwachen, haben wir aber auch noch Fragmente von Träumen in unserem Kopf, und manchmal, gar nicht so selten, können wir uns sogar noch an den kompletten Traum erinnern. Es bedarf eines gewissen Trainings und Selbstdisziplin, sich die Zeit zu nehmen, über den Traum nachzudenken, und ihn zu analysieren. Das ist kaum möglich wenn der Wecker schrillt, und das Tagesgeschäft zur Eile drängt. Aber es gibt auch Zeiten im Leben, da erwacht man und hat Zeit über seine Träume nachzudenken, ja vielleicht kann man sie sogar jemanden erzählen, um sie so besser zu analysieren.

Woher kommen nun diese Träume, die meistens so unrealistisch sind, dass sie nicht von dieser Welt zu stammen scheinen. Jedenfalls kommen sie uns jetzt hier in unserer Welt so vor. Als wir sie träumten waren sie aber logisch. Aber jetzt, wo wir wach sind, kann unser Gehirn keine unlogischen Abhandlungen verarbeiten, es sucht immer nach einer logischen Erklärung. Es will verstehen, und greift dabei auf ihm bekannte Muster zurück. Da wir aber nun ausschließen können, dass sich unser Gehirn solche verwirrenden Geschichten selbst ausdenkt als wir schliefen, bleibt nur die Vermutung, dass wir diese Erinnerungen mitbrachten, aus der Welt, in der wir uns aufgehalten haben, als unser Körper schlief.

Hier in der Jetztzeit ist unser Bewusstsein klein und machtlos, aber wenn wie schlafen kehren wir zu unserm wahren Bewusstsein zurück, und das ist einfach grenzenlos. Uns wird immer mehr bewusst, dass wir hier in einer Art Gefängnis leben. Gefangen in einem unvollkommenen, ständig alternden Körper. Gefangen in Umständen, in die man uns hineingetrieben hat, so wie man eine Herde Vieh zum Schlachthaus führt. Die wenigsten haben sich wohl dieses Leben so ausgesucht wie es jetzt ist, und trotzdem ist es passiert, vor unseren Augen, und wir konnten nur wenig dagegen tun.

Doch wollen wir aus dieser Misere ausbrechen, müssen wir erst einmal verstehen, was um uns herum eigentlich geschieht. Um ein Gesamtbild der Situation, in der wir uns befinden, zu erkennen, müssen wir erst die einzelnen Punkte die wir schon kennen, miteinander verbinden. Wenn man die Punkte nicht verbindet, kann man die Zusammenhänge nicht erkennen, und dann wird man auch keine glaubhafte Lösung finden.

In Wirklichkeit ist unser Bewusstsein ohne Einschränkung und unendlich groß. Hier aber in unserem Körper werden wir zu einem Menschen mit angeblich freiem Willen degradiert, zu einer Person die nur zu funktionieren hat. Ganz so wie es unsere Sklavenhalter wünschen.

Die Personenbeschreibung eines Staatseigenen: Name, Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Staatsangehörigkeit, Familienstatus, Religion, Beruf; Ausbildung, sexuelle Vorlieben, Krankheiten und so weiter. Dann bekommt man seinen Status und ist vorhersehbar. Der Mensch, der noch auf der Suche nach seinem Selbst ist, birgt ein Risiko für das System, und ist von vornherein ein potenzieller Krimineller und Terrorist.

Deshalb versuchen die Sklavenhalter dieser Welt alles, und Jeden zu überwachen. Dabei ist es nicht notwendig, all die Milliarden Informationen auszuwerten, die jede Sekunde auflaufen. Das wäre unmöglich, und das ist auch nicht der Zweck der ganzen Aktion. Ausgewertet wird nur, wer sich nicht innerhalb des Schwarmes bewegt. Jedes andersartige Verhalten, was nicht der Norm entspricht, wird gezählt, mit einem Zeitstempel versehen, und der jeweiligen Person zugeschrieben. Nimmt die Auffälligkeit zu, und ist die eingestellte Marke überschritten, gibt es Alarm, und die jeweilige Akte wird ausgeworfen. Der Computer hat entschieden: Jetzt bist du ein Feind.

Wie in einem Zuchtbecken werden die Gutmenschen weiter gefüttert, damit sie schön fett sind für die Schlachtung. Die Auffälligen aber werden abgefischt, und kommen in ein kleines separates Becken wo sie keinen Schaden anrichten können, für den Betreiber.

Die Aufmerksamkeit des potentiell grenzenlosen Bewusstseins ist so sehr auf die Realität der fünf Sinne fokussiert, dass das Bewusstsein glaubt, es sei die Erfahrungen, die es macht. Und aufgrund dieses Betrugs, aufgrund dieser lebenslangen Manipulation der Selbstwahrnehmung und dadurch auch der Wahrnehmung der Welt, kommt es zu Milliarden von Menschen, die glauben sie seien ihre Erfahrung und ihre Personalbeschreibung.

Wie soll man auch irgendetwas verstehen können, wenn man nicht einmal die Realität versteht? Die Ironie ist, dass, wenn man die Welt ansieht, alles genau umgekehrt ist.

Es ist, als ob man in einem Irrenhaus geboren wurde, dort aufwuchs und nichts anders kennt, als das Irrenhaus. Man hat keinerlei Erfahrungen noch Zugang zu Informationen außerhalb des Irrenhauses. Dann hält man das Irrenhaus für normal. Wenn dann Leute kommen, die aus dem Irrenhaus herausgefunden und festgestellt haben, dass es ein Irrenhaus ist, dann glaubt man, diese müssen verrückt sein, denn was sie erzählen, ist für einem Selbst nicht normal.

Und Normal bedeutet nicht gleich Wahrheit. Normal meint, eine allgemein anerkannte erfahrene Wirklichkeit als Wahrheit zu akzeptieren.

Wann immer wir also über Lösungen sprechen, für die Welt, wie sie ist, und die Menschen, wie sie sind, kommen wir zu der Schlussfolgerung, dass wir eine grundlegende Veränderung dieser Umkehrung herbeiführen müssen. Eine Neubewertung und Wahrnehmung von uns selbst, um zu erkennen, dass wir grenzenloses Bewusstsein sind, das die Erfahrung macht, in der Illusion der Erfahrung gefangen zu sein, und dazu systematisch manipuliert wurden.

Dann ändert sich die Selbst-Identifikation von „Ich bin der Mensch XY“, zu dem, ich bin ein grenzenloses Bewusstsein, das die Erfahrung von dem Menschen XY macht. Und das ist eine vollkommene andere Art und Weise, sich selbst wahrzunehmen.

Wenn man dem Bewusstsein erst einmal erlaubt, seine Empfindungen und seine Aufmerksamkeit über diese Realität hinaus auszudehnen, begibt man sich an einen Ort in Bezug auf das erweiterte Bewusstsein, an dem man diese Realität von einer anderen Realität aus betrachtet, die außerhalb dieser steht. Dann wird es auf einmal offensichtlich, dass wir in diesem verdammten Irrenhaus leben, und „normal“ bedeutet „Wahnsinn“. Was man nicht erkennen kann, wenn man sich nur im Irrenhaus aufhält, und dies der einzige Zugang zu Informationen, Wahrnehmungen und Erkenntnisse darstellt.

Und das ist eine Revolution, ohne Gewalt, ohne Kampf, sondern allein durch Wahrnehmung.

Denn jede Revolution, die nicht auf eine Bewusstseinserweiterung basiert, wird wieder ein und dasselbe hervorbringen, das sie vor der Revolution war. Es würde nur einen anderen Namen tragen und anderes Personal haben, aber es wäre immer noch das gleiche Irrenhaus.

Unter dem Strich sind wir in dieser Welt und in dieses Schlamassel geraten, weil wir manipuliert wurden, heraus aus dem Bewusstsein, hinein in den Verstand. Um die Ursache für dieses Problem zu beseitigen, müssen wir uns, vom dominiert sein durch unseren Verstand lösen, und zurückkehren zum Bewusstsein und zu einer erweiterten Erkenntnis.

Dadurch kann sich nicht nur alles verändern, dadurch wird sich auch alles verändern.

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