7.37   Graslandgebet

Wir sind das Gras, wir sind das Leben, welches das Land belebt. Ohne uns gäbe es nur Wüste, Geröll, Steine und Sand. Ihr ach so mächtigen Büffel nährt euch vom Gras, und es geht euch so gut wie noch nie. Und ihr werdet Übermütig und zertrampelt das Gras, das euch nährt und kämpft um immer größere Grasflächen die ihr beherrschen wollt, oh ihr Hornochsen.

Ihr erzählt uns auch Schauergeschichten von den bösen Löwen die euch an den Kragen wollen, die euch in Stücke reißen um euch zu fressen. Und dann wäre es auch um uns geschehen, weil euer Blut dann das Gras tränkt.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Dieses Sprichwort ist so weise und alt. Wir, das Gras wissen nichts von den Löwen. Sie liegen meistens unter den Bäumen und Büschen, versteckt im Schatten, und sind für uns so gut wie unsichtbar.

Ihr aber, ihr Hörnervieh, die ihr uns mit euren scharfen Hufen tagein und tagaus zerwühlt und zertretet, ihr kennt sie genau eure Feinde. Und dann zittert ihr, wenn sie euch jagen, und ihr geratet in Panik und flieht kopflos in alle Richtungen und wühlt das Land auf, das es uns entwurzelt und wir jämmerlich in der Sonne verdorren.

Aber dann, wenn die Jagt vorbei ist und ihr euch wieder sicher fühlt, beginnt ihr eure Spiele, eure Machtkämpe wieder von neuem. Ihr scharrt mit euren Hufen, und es bereitet euch Freude, wenn es so richtig staubt und das Gras nur so fliegt.

Warum sollen da also die Löwen auch unsere Feinde sein, wo doch ihr es seid, die uns so schlecht behandelt. Oh würden doch die Löwen euch nur jagen das keiner von euch übrig bliebe. Und wenn dann euer Blut das ganze Gras bedeckten würde, so würden wir doch wissen, dass der Schrecken nun ein Ende hat den ihr uns jeden Tag bereitet.

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